Kabelloser Strom – Witricity

Aller Anfang ist bekanntlich schwer!
Warum lässt sich Strom nicht einfach funken? Diese Frage stellte sich Nikola Tesla bereits im Jahr 1899 – also bereits vor mehr als hundert Jahren – als er vergeblich an der kabellosen Übertragung elektrischen Stroms, bzw. Energie forschte. Die Natur ”elektromagnetischer Wellen” – eine der möglichen Techniken Strom zu funken – entpuppte sich als als äußerst problematisch. Mittels dieser Wellen konnte zwar Energie übertragen werden, breitete sich jedoch in alle Richtungen aus, wodurch deren Effizienz extrem minimiert wurde.
Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (Boston) rückten im Jahr 2007 dem Traum Nikola Teslas ein Stück näher. Der Physiker Prof. Marin Soljacic erarbeitete zusammen mit Prof. Peter Fisher, Prof. John Joannopoulus, Andre Kurs, Aristeidis Karalis sowie Robert Moffat eine drahtlose Stromübertragung und verbuchten ihren ersten Erfolg. Es gelang ihnen über eine Strecke von zwei Metern eine 60-Watt-Glühlampe zum Leuchten zu bringen ohne dafür einen Kabel zu verlegen. Kabelloser Strom – WiTricity sorgte damit für gehörigen Wirbel in den verschiedensten Medien.
Prof. Marin Soljacic und seine Forscherkollegen haben ihre Arbeiten am 7. Juni 2007 im Magazin ”Science Express” veröffentlicht.

Des Rätsels Lösung: Sende- und Empfängerspule
Das Team um den Kroaten Prof. Marin Soljacic hat es geschafft stark aneinander gekoppelte Schwingungen über eine mittlere Distanz herzustellen – genauer gesagt über einige Meter hinweg. In der Sendespule sind bestimmte elektronische Bauteile verbaut, welche ein magnetisches Feld produzieren. Damit wird der Strom auf den Empfänger übertragen, der wiederum die Energie dann z.B. auf den Laptop überträgt. Das Magnetfeld der Sendespule schwingt in einer Frequenz von 10 Megahertz, die Empfängerspule ist exakt daran ausgerichtet und wird dadurch auf der gleichen Frequenz zum Schwingen gebracht. Das dabei erzeugte magnetische Wechselfeld überträgt dann die dabei erzeugte Energie. Die physikalische Erklärung dafür nennt sich Induktion. Das Ziel von WiTricity ist es diese Spulen so klein zu bauen dass sie in die verschiedensten Geräte eingebaut werden können. Mit dem erfreulichen Ergebnis: keine Akkus, keine Kabel, keine Batterien! Kabelloser Strom wäre somit kein Wunschtraum mehr!

Kabelloser Strom in jedem Raum?
Strom der durch die Luft fliegt? Ja, meinen die Experten – so wie bereits “Internet-Hotspots” in Flughäfen und sonstigen Einrichtungen vorzufinden sind  – so wird es in Zukunft “WiTricity-Hotspots” geben. Eine Sendespule würde ausreichen um sämtliche Geräte in einem Haushalt mit Strom zu versorgen. So gesehen ist kabelloser Strom – WiTricity erstaunliche Wissenschaft und für den Verbraucher bestehen ausgezeichnete Aussichten!